Unser autofreier Kiez

#autofreiberlin

Samstag, 11. Mai 2019

Blockparade #2

Die Hermannstraße steht für die unzähligen Berliner Hauptverkehrsstraßen, auf denen einseitig dem Automobil Raum gegeben wird – und das, obwohl weniger als ein Drittel der Berliner*innen überhaupt mit dem Auto unterwegs sind. Als Anwohner*innen haben wir neben der Symbolträchtigkeit dieser eigentlich schönen Magistrale darüber hinaus konkrete Forderungen:

1) Geschützter Radstreifen
Für diejenigen unter euch, die tagtäglich mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist die Hermannstraße Herausforderung und Nervenkitzel zugleich. Für alle anderen schlichtweg eine No-Ride-Zone, denn der wenige Platz auf der Straße wird einseitig dem Automobil zugeteilt. Vor zwei Jahren gab es an der Ecke Kienitzer Straße den letzten tödlichen Velounfall, passiert ist seitdem quasi nichts. Wir möchten aber nicht auf den nächsten Fahrrad- oder Fußgängertoten warten, wir wollen einen geschützten Radstreifen jetzt und sofort. Die ständig steigenden Fahrradfahrer*innenzahlen sind auf unserer Seite…

2) Tempo 30
Die Hermannstraße ist laut und stinkig, schränkt die Lebensqualität der Anwohner*innen ein und gefährdet Luft, Leib und Leben. Alle reden vom Klimawandel, aber hier sollen 2-3 Minuten Fahrzeitgewinn der Autos zwischen Bahnhof Hermannstraße und Hermannplatz wichtiger sein als die Rettung der Luft? Wir denken nicht… Tempo 30 bedeutet außerdem: Weniger Lärm, mehr Aufenthaltsqualität und weniger Unfälle. Go for it!

3) Parkraumbewirtschaftung
Ein Hauptärgernis der Hermannstraße sind die 2. Reihe-Parker*innen. Gefährlich für Fahrräder, stauig für Autos. Es fehlt auf der Hermannstraße an einem Parkraumkonzept, das Langzeitparken verbietet, Flächen für Lieferverkehr schafft und generell Autofahrer*innen fair für ihren Flächenverbrauch bezahlen lässt (hier in der Gegend kostet 1 qm ca. 10-15 EUR im Monat). Deshalb fordern wir eine intelligente Parkraumbewirtschaftung für die Hermannstraße.

// Am 11. Mai gehen wir gemeinsam dafür auf die Straße – Verkehrswende sofort!

Beginn unserer Demoserie

Blockparade #1

War das ein schöner Tag im Friedrichshainer Südkiez! Da, wo sonst Autos rollen, spielten und tanzten die autogeplagten Anwohner*innen auf unserer allerersten Blockparade. Von der Niederbarnimstraße zogen wir zum Boxhagener Platz und machten für alle sichtbar klar: Die fetten Autojahre sind vorbei! Ein riesiges Dankeschön an alle, die gekommen sind und diesen Samstag Nachmittag so besonders gemacht haben. To be continued… Mach mal Deinen Kiez autofrei!

Für eine lebenswerte Metropole

Berlin wird autofrei

Diese Initiative fordert für Berlin, was andere Weltstädte in Europa und International längst rigoros durchsetzen: Autobefreite Wohnbezirke, in denen die Straßen nicht mehr als Parkplätze für den privaten Individualverkehr und dessen Durchfahrt genutzt werden können. In denen der Feinstaub fast fehlt und Kinder auf der Straße spielen können. In denen ältere Menschen sich vor der Haustür an der frischen Luft erholen können. Wir wollen sichtbar machen, wie viele Menschen in Berlin bereits an einer sofortigen Verkehrswende interessiert sind. Wir rufen die Berliner*innen auf, die global gesetzten Bemühungen für weniger Treibhausgase direkt vor ihrer Wohnungstür anzugehen.

Lebensraum für alle ohne Auto.

Do it yourself: Mach mal Deinen Kiez autofrei

Holen wir uns die Straßen zurück

Ein einfacher, schneller und erster Schritt in Richtung lebenswerteres Berlin: Lokale autofreie TageUnd so geht’s: Mittels Versammlungen und Demonstrationen (je mehr je besser) auf den Straßen Berlins können wir gemeinsam den Finger auf die Mobilitätswunde legen und damit vorleben, wie ein autobefreiter Tag Luft- und Aufenthaltsqualität sofort verbessert. Wir brauchen den gesellschaftlichen Druck auf die Politik und für diesen müssen wir auf die Straßen gehen… und zwar genau auf jene Straßen, die künftig für den privaten motorisierten Individualverkehr gesperrt werden sollen! 

1) Suche Dir eine Straße oder Kreuzung, die Du für den Autoverkehr sperren möchtest.

2) Finde ein Versammlungsmotto und ein Datum.

3) Lade Deine Freunde ein und informiere die Verbündeten (siehe autofreie Links). 

Eine Demonstration oder Versammlung kann jedeR anmelden, sie stellen ein Grundrecht der Bürger*innen dar. Auf jeder beliebigen Straße, wann immer Du möchtest. Die Polizei sperrt dann die Straße für Dich. Im Versammlungsgesetz steht, dass zwischen Anmeldung und Durchführung 48 Stunden liegen müssen.

Du brauchst für Deine Versammlung:
1) 1-2 Anmelder*innen als Versammlungsleiter*innen

2) Versammlungsmotto (z.B. „Verkehrswende sofort“, etc.)

3) Datum und Uhrzeit der Versammlung bei der Polizei anmelden (mind. 48h vorher, geht online).

4) Verlauf der Versammlung und mögliche Zwischen-Kundgebungsorte.

5) Anzahl der erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

6) Anzahl der beabsichtigen Ordnerinnen und Ordner.

Generell gilt: Je mehr Teilnehmer*innen und je mehr Demomöbel, desto mehr Platz wird Dir die Versammlungsbehörde auf der Straße einräumen.

Versammlungen sind stets kostenlos für die Anmelder*innen.

Für die Versammlung selber brauchst Du kreative Transparente und Stoffbanner, Kreide um die Straße zu bemalen und ein Megafon oder eine mobile PA-Anlage für Redebeiträge (und schöne Musik). Eine Vorlage für einen möglichen Kundgebungstext findest Du hier.

Sei(d) kreativ und mach(t) vor, welche soziokulturellen Möglichkeiten der Lebensraum zwischen den Häusern zu bieten hat. 

Integriere Anwohner*innen und ansässige Gewerbetreibende in Deine Versammlung und such das Gespräch mit den skeptischen Bürger*innen.

DIE FETTEN AUTOJAHRE SIND VORBEI

Weltstadt ohne Auto

Das Automobil ist das ineffektivste urbane Fortbewegungsmittel und bekommt dennoch den meisten Raum und die meisten Vorrechte in Berlin. Obwohl in unserer Stadt weniger als 30 Prozent der Wege mit dem Auto zurückgelegt werden und weniger als die Hälfte der Haushalte überhaupt über ein Auto verfügt, haben wir uns an giftige Luft, Lärm, Flächenfraß sowie Gefahr für Leib und Leben gewöhnt, ganz so, als sei das eine Selbstverständlichkeit. Doch immer mehr Menschen in Berlin wollen nicht mehr länger hinnehmen, dass die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub in der gesamten Innenstadt regelmäßig überschritten werden, dass wir nachts vom Verkehrslärm geplagt werden, dass jedes Jahr Berliner*innen durch den Autoverkehr verletzt oder sogar getötet werden und dass zentrale Flächen der Stadt nicht für Wohnungsbau oder Grünflächen genutzt werden können, weil sie stattdessen als Rollflächen für ein Verkehrsmittel des letzten Jahrhunderts dienen. 

Eine repräsentative Erhebung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Technische Universität Dresden kam bereits 2013 zu folgenden Zahlen der Verkehrsmittelverteilung im Binnenverkehr der Berliner Wohnbevölkerung:

0 %
Fuß & Fahrrad & Bus & Bahn
0 %
Automobil

Andere Städte sind viel weiter

Autofreies Europa

Überall verbannen Großstädte den motorisierten Individualverkehr aus den Innenstädten.

Paris

Die französische Hauptstadt hat schon vor Jahren den autofreien Sonntag auf der Champs-Elysées eingeführt, in diesem Jahr kommen wöchentliche autofreie Tage in Innenstadt-Kiezen hinzu. Gleichzeitig werden vormalige Schnellstraßen und das historische Zentrum zu Fußgänger-Boulevards umgebaut.

Brüssel

Der große Innenstadtkern ist autofrei seit Juni 2015. Es entstehen Dank starker Bürgerinitiativen zunehmend Fußgängerzonen und ein aufwändiger Fahrradwegeausbau wurde eingeleitet. Bei zu hoher Luftbelastungen werden flexibel weitere Verkehrsrestriktionen veranlasst.

Madrid

In das 472 Hektar große Innenstadtgebiet der spanischen Metropole dürfen nur noch Anwohner und Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs fahren. In einer Probephase in der nur mit Verwarnungen geahndet wird, kommen ab März 2019 Geldbußen auf Fahrer zu, die ohne Genehmigung in diesen Bereich hineinfahren.

Oslo

Die Innenstadt Oslos wird gerade zur vollständig autofreien Zone umgebaut, in der nur noch Fahrräder, Busse und Trams fahren dürfen. Parkplätze entfallen ersatzlos und mehrspurigen Strassen durch die Innenstadt weichen neuen Bauprojekten, um etwa soziale Treffpunkte wie Cafés oder Parks entstehen zu lassen.

Helsinki

Die finnische Hauptstadt hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 eine Infrastruktur aufgebaut zu haben, die einen Privat-Pkw überflüssig macht. Helsinki will damit die erste privatautofreie Großstadt dieser Welt werden.

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